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  • : Frettchens Welt
  • : Frettchen, oder wie ES die Welt sieht. Alltägliches aus ihrem typisch chaotischen Leben gemischt mit humorvoll kritischer Betrachtung des Universums und des ganzen Rests, gespickt mit Kurzgeschichten die teilweise nicht von dieser Welt sind.
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13. Juli 2008 7 13 /07 /Juli /2008 15:17
... ich war zwar 16, aber es war nicht mein erstes Mal, sondern sollte vielmehr das letze Mal werden an dem meine Eltern mich gezwungen haben mit ihnen gemeinsam in Urlaub zu fahren.

Es ging in den Freizeitpark Schloß Dankern im Emsland. Ein Paradies für Familien mit Kindern. Was sollte ich dort, weder war ich noch ein Kind, noch hatte ich bereits eigene Kinder. Ich fühlte mich sofort lebendig begraben. 
 
Das Gelände war ein gigantischer Spielplatz mit Blockhütten darauf.  Unsere Blockhütte bestand aus einem großen Hauptraum mit Küchenzeile. Ein kleinen Badezimmer mit Sitzdusche, das noch nicht einmal den Namen Nasszelle verdient hat. Zwei Kinderzimmer, die mehr mit einer 3. Klasse Schiffskajüte als mit einem Zimmer gemeinsam hatten. Links das schmale Stockbett, rechts der Einbauschrank, dazwischen ein Gang von vielleicht einen halben Meter. (vermutlich waren es 80 cm, weil das das Mindestmaß für Durchgänge ist.)

Das Elternschlafzimmer befand sich im Hauptraum an der Wand, in Form eines ausklappbaren Doppelbettes, dessen Ausmaße für ein anständiges Singlebett gerade ausreichend waren.

Da war ich nun, in meinem eigenen Albtraum gefangen. Als ich beim Bettbeziehen auch noch "Nichts zu ficken, nichts zu fressen, Dankern werd ich nie vergessen" in den Bettpfosten eingeritzt fand, überlegte ich mir bereits welchen Therapeuten ich nach diesem Aufenthalt wohl aufsuchen muß.

Aber zum Glück erwies sich selbst das Essen als durchaus genießbar. Allerdings sollte es der Sommer der Pannen werden. Es vergang nicht ein Tag an dem mir nicht irgendein zumeist schmerzhaftes Missgeschick passierte. Einzige Ausnahmen waren die Tage als ich mit Agina auf der Klappliege auf der Terasse verbrachte.

Beim Nacktbaden unter väterlicher Aufsicht, griff ich als mich einer der anderen Väter unter Wasser tauchte in meiner Panik nach dem erst bessten woran ich mich festhalten konnte. Dieser Vater wusste nun sehr genau wie der Tazanschrei wohl entstanden war.

Beim Versuch meine kleine Schwester in einer Schiffsschaukel anzustoßen, verklemmte ich mir den Finger im Gestänge und so weiter.

Das spektakulärste und auch schmerzhafteste Missgeschick passierte mir auf der Hängebrücke über den Dankernsee. Dieser Baggersee wird durch eine Hängebrücke in zwei Bereiche unterteit. Auf der einen Seite ist der Bereich zum baden und auf der anderen Seite ist eine Wasserski-Anlage untergebracht. Dort kann man sich von einem horizontal gelegten Skilift in Runden über den See ziehen lassen. Als ich gerade die Bücke überquerte fand dort ein Wettkampf statt. Die Leute wurden immer schneller durch die Runden gezogen und es galt sich möglichst lange auf den Ski zu halten. 

So ziemlich in der Mitte der Bücke fehlten ein Brett. Ich hatte gerade meinen linken Fuß über dieses Loch gesetzt, als der erste Wasserskifahrer recht eindrucksvoll aus der Kurve flog. Als ihm gleich darauf ein zweiter folgte, wollte ich mich etwas bequemer hinstellen um das Spektakel besser beobachten zu können, also zog ich mein rechten Bein nach, welches natürlich direkt in dem Loch landetete und mir recht eindrucksvoll demonstrierte wie gut die Schwerkraft auf diesem Planeten funktioniert. Ich riss mir mit dieser Aktion das gesamte Schienbein auf und sicherte mir das hämische Grinzen meiner Familie und den Temporärnachbarn auf Lebenszeit.

An unserem letzten Tag flanierte ich recht entspannt mit einer Eistüte in der Hand über das Gelände, als ich eins der "Nachbarsmädchen" traf. Im Vorbeigehen fragte sie mich: "Und ist Dir heute schon was passiert." "Bis jetzt noch nicht." rief ich ihr nach, wobei ich mich zu ihr umdrehte, einen Holzpflog im Boden übersah und mich mit dem Eis im Gesicht auf der Erde wiederfand.
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