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  • : Frettchens Welt
  • : Frettchen, oder wie ES die Welt sieht. Alltägliches aus ihrem typisch chaotischen Leben gemischt mit humorvoll kritischer Betrachtung des Universums und des ganzen Rests, gespickt mit Kurzgeschichten die teilweise nicht von dieser Welt sind.
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17. August 2008 7 17 /08 /August /2008 22:19

Saha-Hira lag zusammengerollt auf ihrem Lager und wartet auf den Gong der den Begin der blauen Phase einleitete. Sie war nun 5 Zeugungszyklen alt. Auf dem zweiten Lager in ihrem Schlafraum lag Ra-Hiro. Er war gleich alt und war ihr am Tag ihres Schlupfes vom Orakel als Lebenspartner zugeteilt worden.

 

Endlich erklang der Gong, sie sprang von ihrem Lager auf und stieß die Läden vor den Fenstern auf, das milde grüne Licht, dass in der kurzen Phase zwischen der gelben und der blauen Phase herrschte, flutete in das kleine Zimmer. Sie schüttelte die Lager auf, wobei sie Ra-Hiro von seinem Lager rollen musste, da er wie immer den Gong überhört hatte und sich auf diese Weise wecken lies. Brummend erhob er sich und half ihr dabei den Schlafraum herzurichten. Denn zum Ende der grünen Phase würden zwei der gelbaktiven Rog ihren Schlafplatz übernehmen.

 

Während der grünen Phase änderte das Dorf sein Gesicht, die gelbaktiven Rog verließen ihre Wachposten auf den hohen Mauern, die das Dorf umschlossen und begaben sich zur Ruhe. Während die blauaktiven Bewohner das Dorf übernahmen. Die ausgewachsenen Hira verließen als einzige in Begleitung ihrer Hiro das Dorf um den Tag mit dem Sammeln von Früchten im dichten Dschungel zu verbringen.

 

Saha-Hira hatte wie jeden Tag Unterricht. Während Dede-Hira, die nach dem Tod ihres Hiro, nicht mehr in Dschungel konnte und deshalb die Aufgabe der Lehrerin übernommen hatte, unermüdlich den Nachwuchs-Hira, die essbaren Früchte erklärte, träumte Saha-Hira vor sich hin. „Wie es wohl sein würde, das Dorf zu verlassen und in den unbekannten Dschungel vorzudringen.“

 

Zischend schlug der Zeigestock von Dede-Hira auf Saha-Hiras Pult. „Du weißt wohl schon alles, oder warum hörst Du nicht zu.“ zeterte sie. „Da vorne liegen 250 verschiedene Früchte und gerade mal 28 davon sind für uns essbar.“ Sie deutete mit ihrem Zeigestock auf eine lange Tafel die mit Früchten überhäuft war. „Wie ihr wisst, reicht es nicht aus, wenn ihr keine der Ungenießbaren mit bringt, sondern es ist unumgänglich dass ihr jeden Tag alle 28 Arten findet, denn wenn nur eine dieser Früchte in unserer Ernährung fehlt, werden wir krank. Also Saha-Hira, da Du ja anscheinend alle genau weißt, dann zeig uns doch mal, welche dieser Früchte Du einsammeln würdest.“

 

Sara-Hira schnappte sich einen Korb und schritt an der Tafel entlang, flink sammelte sie exakt 28 Früchte ein. Das Knifflige an der Aufgabe war der Umstand, dass die essbaren Früchte sehr große Ähnlichkeit mit ausgerechnet den Giftigsten hatten. Herausfordernd hielt sie ihrer Ausbilderin den Korb unter die Nase.

 

Dede-Hira war ehrlich erstaunt, es befand sich nicht eine falsche Frucht in dem Korb, verärgert versuchte sie Saha-Hira dennoch aufs Glatteis zu führen: „Aha,“ sagte sie streng, „und die würdest Du alle bedenkenlos essen?“

 

Saha-Hira lies sich nicht aus der Fassung bringen. „Nicht bevor die Coka sie fachgerecht zubereitet haben.“ Sie hielt eine große gelbe Frucht in die Höhe. „Warum müssen wir diese Frucht eigentlich sammeln, ich habe die noch nie gegessen?“

 

„Diese Frucht ist ausschließlich den Rog vorbehalten, ihr alle wisst, dass die gelbaktiven Rog wesentlich kürzer leben wie die blauaktiven Einwohner. Das liegt einmal daran dass das gelbe Auge der Göttin strenger ist als ihr blaues Auge und zum anderen daran, dass unsere Feinde während der gelben Phase immer wieder versuchen unser Dorf zu überfallen und einige dabei sterben, wenn sie uns verteidigen. Diese Frucht lässt sie größer und stärker werden und auch schneller heranwachsen, außerdem sorgt sie dafür, dass die Rog vom Paarungstrieb verschont bleiben.“

 

Die Ehrwürdige Mutter verfolgte erheitert den Disput zwischen Saha-Hira und ihrer Ausbilderin über ihren magischen Spiegel, der ihr wenn sie die entsprechenden Köpfe drückte den gewünschten Ausschnitt des Dorfes zeigte und auch alle Geräusche in ihr Gemach übertrug.

 

Kurz überlegte sie zum wiederholten Male, ob das Orakel sich nicht doch getäuscht hatte, als es dieses Mädchen zur Früchtesammlerin bestimmt und nicht zu ihrer Nachfolgerin. Sofort fiel sie auf die Knie und bat die Göttin um Vergebung, natürlich fehlte das Orakel nicht, denn es verkündet die Weisheit Ischtars, der Leben spendenden und Leben nehmenden Göttin.

Weitere Geschichten aus Saha-Hiras Welt:
Frisch aus dem Ei gepellt

Auf http://saha-hira.over-blog.de entsteht zur Zeit ein Online-Buch über die erwachsene Saha-Hira und ihre Abenteuer auf der Suche nach Los Angeles, erfahrt warum sie unbedingt dort hin muss.


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Kommentare

tina 08/18/2008 21:36

deine Geschichte führt einem aus dem tristen Alltag raus in eine andere Welt.das macht sie für mich so schön, aber ich mag auch den selbstbewußten Charakter von Saha-Hira!